KARIN KUTSCH

FARBMALEREI

Die Möglichkeit liegt in der Materie,

ist schon konkret vorhanden in den Dingen

und braucht im Grunde keinen anderen Gedanken.

(Karin Kutsch, Text 07.16)

Mit diesen wenigen, in Kürze und Duktus nicht von ungefähr an ein Haiku erinnernden Worten formuliert Karin Kutsch die Essenz ihrer Arbeit. Wenn es das Ziel ist, Eigenwert und Autonomie von Farbe und Form als Phänomen einer visuellen Attraktion im Raum möglichst störungsfrei zum Ausdruck zu bringen, liegt die Konzentration ganz auf dem, was schon da ist. Ein übergestülptes Konzept ist nicht notwendig, eher hinderlich wie ein zu enges Korsett, von dem man sich befreien sollte. Statt eine bestimmte Absicht zu verfolgen, ist die Absichtslosigkeit das Ziel, das Zurücknehmen von persönlichem Ausdruck, einer eigenen Aussage. Nichts sagen wollen über den Ausdruck der Farbe hinaus. Eine Leere schaffen, die von der Farbe gefüllt wird.

Selbstverständlich – wie immer bei der Konzentration auf das Wesentliche – hat die kleinste Entscheidung weitreichende Folgen. Welche Farben werden verwendet? Im Gespräch gibt Karin Kutsch einen kurzen, aber tiefen Eindruck ihrer Sachkenntnis in die schier unüberschaubare Vielfalt der Farbpigmente, den unterschiedlichen Gruppen – organisch und anorganisch, natürlich und synthetisch hergestellt – und deren spezifische Eigenschaften. Hinter dieser Auseinandersetzung lässt sich ein ernsthaftes Studium auf hohem Niveau vermuten. Dabei gehen Theorie und Praxis Hand in Hand. Pigmente haben je nach ihrer chemischen Zusammensetzung völlig verschiedene Eigenschaften, die unter der Farbigkeit und Konsistenz im trockenen, pulverisierten Zustand verborgen liegen.

 

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