KARIN KUTSCH

FARBMALEREI

Karin Kutsch kommt aus der Architektur und fand über die Farblehren von Josef Albers und Max Bill zur Malerei. Ihre weitere Beschäftigung führte sie zu den Arbeiten und Schriften von Marcia Hafif und Agnes Martin. Daraus entwickelte sie ihren dialektischen Ansatz, der das einzelne Bild nie als etwas Absolutes betrachtet, sondern immer als Ergebnis des Zusammenspiels vieler Faktoren, die auch nachdem die Malerin ihre Arbeit beendet hat, immer noch weiterwirken. Laut ihrer eigenen Definition ist die Arbeit „fertig, wenn sie einen möglichen Zustand erreicht hat, der in diesem Zusammenhang seine Berechtigung hat“. Nicht mehr und nicht weniger. Zu den Kausalketten ihrer Existenz gehören auch veränderliche Faktoren wie die Position im Raum, die Beleuchtung, die Subjektivität des Betrachters. All dies macht das Bild aus, und je differenzierter die Vorgaben sind, die es mitbringt (die Feinheit der Farbabstufungen, die Sensibilität der Oberfläche, die Lichthaftigkeit der Farbhaut), desto wechselvoller ist das Spannungsverhältnis zwischen dem Bild und seiner Wahrnehmung im Raum.

 

Diese Tiefendimension können wir am besten in Momenten wahrnehmen, in denen wir offen, klar und feinfühlig sind und uns von den inneren Monologen des Alltagsgeschehens leeren. Andersherum sind aber auch die Bilder in der Lage, den Geist zu beruhigen, so dass allmählich der Weg für eine unabgelenkte Rezeption frei wird. Die sinnliche Wahrnehmung erfasst dann alle Bereiche wie Gefühl, Stimmung, Gedanken und Körper und gibt uns die Möglichkeit der Erfahrung, über sich selbst hinauszuwachsen.

 

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