Aber auch die Sprengung der Gesamtform in einzelne Teile und damit die Entstehung von Gleichzeitigkeit und Vielfalt, von Variabilität und neuen Zusammenhängen sind möglich und wichtig, vor allem im Bezug auf die Wirkung und Bedeutung des Kunstwerks im umgebenden Raum. Angestrebt wird eine ausgewogene Wechselbeziehung.

 

Der Raum ist entscheidend – die Quadrate benötigen einen großen Abstand und viel Platz zum Entfalten ihrer Wirkung und zum Zulassen ihrer aus Form - Farbe und Größe gepaarten Intensität. Eine weitere wichtige Komponente ist die Hängung und damit die Arbeit mit der Umgebung - als Endergebnis das Gesamtbild Raum. Die verschiedenen Formate und Farben rhythmisieren und bilden so ein Gegengewicht zum statischen Moment der Grundform. Es entsteht eine wechselvolle Spannung im Verhältnis zum Raum und dieser wird neu definiert. Hier gilt es einer zentralen Formulierung der Künstlerin, dem Spiel aus Einzelwerk und Serie, Ausdruck zu verleihen. Denn das Bild ist nicht bloßes Medium und als Träger einer Botschaft verstanden, sondern es fällt mit dieser zusammen und gewinnt dadurch eine unbekannte Objekthaftigkeit im Sinn einer autonomen Wirklichkeit.

 

Es handelt sich um eine idealisierte Struktur, in der der Künstler zum Asketen, zum Diener einer unpersönlichen, strengen und puritanischen Ordnung wird. Das Fehlen von konkreten Interpretationshilfen lässt alle möglichen (oder gar keine) Deutungen zu und wirft damit den Betrachter auf sich selbst zurück. Für diesen Wesenszug prägte Umberto Eco den Begriff des „offenen Kunstwerks“.

 

 

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KARIN KUTSCH

FARBMALEREI

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